Darfst du Fotos aus dem Internet auf deiner Website verwenden?
Ein Bild schnell aus der Google-Bildersuche kopiert? Das kann auch für Schweizer Betriebe teuer werden. Was erlaubt ist – und wo du sichere Fotos findest.
8. Oktober 2026

Dir fehlt ein Bild für die neue Seite, du gibst ein Stichwort in die Google-Bildersuche ein, rechtsklick, speichern, fertig. Fünf Minuten Arbeit — und ein Risiko, das viele Kleinbetriebe unterschätzen.
Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Er zeigt, warum «einfach kopiert» riskanter ist, als es sich anfühlt, und welche Wege sauber sind.
Warum ein gefundenes Bild nicht automatisch frei ist
Dass ein Foto im Internet auftaucht, heisst nicht, dass es jeder verwenden darf. In der Schweiz sind auch einfache Produkt- und Alltagsfotos geschützt, die Menschen von realen dreidimensionalen Motiven aufnehmen — unabhängig von einer besonderen Gestaltung. Das erklärt das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE). Wer ein Foto bezahlt, erhält dadurch nicht automatisch sämtliche Nutzungsrechte. Für deine Website brauchst du grundsätzlich eine passende Erlaubnis oder Lizenz, solange der Schutz besteht und keine gesetzliche Ausnahme greift.
Das gilt auch für Bilder, die über eine Suchmaschine gefunden werden. Eine Suchmaschine zeigt fremde Inhalte nur an — sie verschafft dir damit keine eigenen Nutzungsrechte daran.
Das Risiko ist nicht nur theoretisch
Bildagenturen durchsuchen das Netz gezielt nach unlizenzierten Verwendungen ihrer Fotos und schreiben die Betreiber an, wenn sie fündig werden. Weil deine Website auch aus dem Ausland abrufbar ist, kann so eine Forderung ebenfalls von einer Kanzlei im Ausland kommen — selbst wenn du dein Geschäft nur im Quartier betreibst. Solche Fälle sind dokumentiert und teurer, als ein einzelnes Stockfoto je gekostet hätte.
Du musst dafür nichts falsch gemacht haben in dem Sinn, dass du täuschen wolltest. Es reicht, ein fremdes Bild ohne Erlaubnis verwendet zu haben.
Was du bedenkenlos verwenden darfst
- Eigene Fotos. Was du selbst mit deiner Kamera oder dem Handy aufnimmst, gehört dir. Der einfachste und sicherste Weg.
- Bilder mit einer klaren, passenden Lizenz. Stockfoto-Portale verkaufen oder vergeben Nutzungsrechte — lies dabei genau, wofür die Lizenz gilt (z. B. nur Web, nicht Druck, oder mit Namensnennung).
- Bilder, die ausdrücklich zur freien Nutzung freigegeben sind (etwa unter einer Creative-Commons-Lizenz), inklusive der Bedingungen, die diese Lizenz verlangt — meist Namensnennung oder ein Link zur Quelle.
- Bilder mit schriftlicher Erlaubnis der Fotografin oder des Fotografen, auch wenn sie ein Gefallen war. Eine kurze E-Mail als Nachweis reicht.
Google-Bilder lassen sich übrigens nach Nutzungsrechten filtern — das zeigt dir, was mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit frei verwendbar ist, ersetzt aber nicht die Kontrolle der tatsächlichen Lizenz auf der Originalseite.

Sonderfall: Bilder von Kunden, Lieferanten oder Partnern
Auch ein Logo, ein Produktbild vom Hersteller oder ein Foto, das dir eine Kundin zugeschickt hat, gehört jemandem. Frag kurz nach, ob du es auf deiner Website zeigen darfst — in den meisten Fällen ist das kein Problem, aber die Zusage sollte wenigstens per E-Mail stehen, nicht nur mündlich im Gespräch.
Bei Personen auf Fotos kommt dazu: Wer erkennbar abgebildet ist, muss in der Regel zustimmen, dass das Bild veröffentlicht wird — das gilt unabhängig vom Urheberrecht am Foto selbst.
Wie viele Bilder du überhaupt brauchst
Rechtlich sauberes Bildmaterial ist die eine Seite. Wie viele Fotos eine Firmenwebsite tatsächlich braucht und wo sie am meisten bringen, haben wir separat zusammengefasst: Wie viele Fotos braucht deine Firmenwebsite? Oft ist die Antwort: weniger, aber dafür echte eigene Aufnahmen statt eine grosse Auswahl an fremden.
Und wenn schon ein fragwürdiges Bild online ist?
Ersetze es, sobald dir die Herkunft nicht sicher ist — eigenes Foto, lizenziertes Bild oder mit klarer Erlaubnis. Je länger ein unklares Bild online bleibt, desto länger läuft das Risiko mit. Das gehört im Grunde zur normalen Pflege deiner Website, genauso wie die anderen Punkte, die beim Datenschutz auf einer Firmenwebsite zu beachten sind.
Der einfachste Weg zu sauberen Bildern
Du musst dafür keine Lizenzbedingungen studieren. Wenn du deinen Betrieb im Chat beschreibst, baut blitzweb daraus eine Firmenwebsite und schlägt passende Bilder aus einer lizenzfreien Bilddatenbank vor — ergänzt um deine eigenen Fotos, die ohnehin am besten wirken. Der erste Entwurf ist gratis, live geht die Website ab CHF 17.95 pro Monat.